Firun, 1032BF
Es ist Winter, es ist kalt, ich bin in einem Dorf im Norden! Im Firun!!!
Eigentlich erklärt das doch fast alles, oder? Donnerbach heißt das Dorf, nun eigentlich die Stadt, aber sie erscheint fast wie ein Dorf. Unheimlich wegen der Nähe zur Natur und den Elfen, wunderschön aus genau den gleichen Gründen.
Nachdem Isleif mich so dreist in Trallop sitzen gelassen hat, mußte ich ja weiter! Er ist nicht hier, dass hätte ich unlängst rausgefunden. Aber ich glaube es ist auch nicht verkehrt nun zu lernen auf den eigenen Beinen zu stehen. Ausserdem war der sowieso hinter jedem Rock her, wer weiß wann er auf die Idee gekommen wäre an meinem rumzunesteln.
Mein Schaden wird es nicht sein, den Winter hier zu verbringen und Land und Leute kennen zu lernen. Einige sind es bereits. Darunter ein alter Almadaner – wohl ein Frauenheld, sicher aber ein Fechtlehrer, der auch mit den Kampfstäben umgehen kann. So bat ich ihn um Unterweisung.
Damit ist der erste Schritt in Richtung Selbstständigkeit nun wirklich getan.
Neben wirklich netten Menschen, auf die ich später noch zu sprechen komme, gibt es in Donnerbach jedoch auch richtige Ekel. Rasul Al’Abbas, ein Schriftsteller aus dem Süden. Gräßlich! Kein Sinn für Humor, steinalt und häßlich und überhaupt nicht nett. Streitgespräche gab es schon an zwei Abenden zur Genüge. Und ich könnte platzen wenn ich nur an diesen schmierigen, alten Lappen denke!
Während sich der alte Almadaner gleich meiner annahm, gab er mir keine Chance! Ich wollte ihm sogar die Wahrheit über meine Ausbildung aufdecken so er mir das Schriftstellertum näher bringt. Aber hart wie ein Stein ist er auch noch!
Aber was rege ich mich weiter über ihn auf? Es gibt nette Menschen von denen ich berichten wollte!
Ja und ein solcher ist der Herr Gerion. Ein junger Mann, Glücksritter wie er sagte. Und auch wenn er behauptet, er würde sich mit Frauen und Rahja auskennen, glaube ich ihm kein Wort davon.
Er macht mir Komplimente und fordert geradezu heraus, dass ich noch wütend auf ihn werde, mit seinen Anzüglichkeiten.
Aber letztlich muß man ihm das verzeihen. Ich für meinen Teil kann nicht anders! Er ist schon… sehr nett eben.
Ausgefallene Ideen zumindest hat er und es macht Spaß sich über eben jene zu unterhalten und darüber nachzudenken einen Glücksritter Orden zu gründen – die Traubenritter!
Nein, das ist natürlich nur ein Scherz und nichts, was man ernst nehmen sollte. Aber alleine der Gedanke mit ihm zu reisen ist angenehm. Ich bezweifel sogar, dass er so fies wäre und mich irgendwo sitzen lassen würde! Zum Glück ist er kein Thorwaler! Aber bevor ich nun auch noch in Schwärmereien gerate schließe ich für heute und schau mal ob ich mir nicht endlich ein Bad in der Weißen Perle gönne!