Heute schreibe ich noch ehe ich ins Bett gehe, nicht wieder erst morgen früh wo es mir viel schwerer fällt in geordneter Reihe niederzuschreiben, was den Tag über passierte.
Ich wollte mir Donnerbach und seine Umgebung noch unbedingt anschauen, aber es schneite ja die ganzen letzten Tage. Also nutzte ich einen Moment wo es aufhörte und stapfte los. Es war so kalt wie immer. Schrecklich kalt. Schon nach kurzer Zeit fing es wieder an zu schneien. Aber das hielt mich jetzt nicht davon ab, weiter zu stapfen. Und so erreichte ich schon bald eine Lichtung. Ich warf mich in den Schnee und schon hörte ich eine mir mittlerweile vertraute Stimme. Gerion! Der hatte schon eifrig in einem Kreis eine Bahn gezogen. So war es doch gleich viel einfacher durch den Schnee zu kommen. Wir scherzten ein wenig und während er anfing einen Schneemann zu bauen hatte ich eine, nun zugegeben: fiese, Idee.
Ich testete mit Schneebällen, ob ich weit genug werfen könne um eine kleine Schneelawine von einem Ast runterzuschubsen. Aber das funktionierte nicht. Gedanklich fragte ich mich bereits ob Schnee der lose auf einen Ast fällt eine Einheit bildet und somit zu einem Objekt wird oder ob nur geformter Schnee, Beispiel Schneeball, zu einem einzigen Objekt wird. Oder ist beides nicht der Fall? Bleibt es immer eine Anhäufung loser Objekte?
Ich wollte es wenigstens versuchen und nahm einen Ast über Gerion in Augenschein. Er war glaube ich nicht so erfreut, als er merkte ich murmelte was und auf den Ast über ihn zeigte. Aber da ich sowieso schon die ganze murmelnderweise über die Lichtung stapfte, war das kein Problem.
Ich lies von dem Unsinn ab und half ihm dem Schneemann die Knöpfe seiner unsichtbaren Jacke anzuziehen? Wie auch immer ich befestigte sie eben daran. Dabei fragte ich Gerion was er von der Schnee und Objektsache hielt. Er war der Meinung er ist immer lose auch wenn er eine Einheit bildet und verglich es mit Sand. Nicht ganz verkehrt, aber wohl auch nicht ganz richtig. Ich ließ es dabei bleiben auch weil ich glaube, dass er sich etwas unwohl fühlte. Dabei schlug er sich doch so gut. Wenn der wüsste worüber wir geredet haben!
Für mich stellt sich aber immer noch die Frage. Wen ich da wohl fragen kann? Ob ich einfach mal in die hiesige Akademie…. das könnte mich in Erklärungsnot bringen. Ich sollte darüber genauer nachdenken.

Wieder zurück zur Lichtung. Gedanklich, nicht… lassen wir diese Objektsache aus dem Kopf.
Gerion und ich standen immer noch auf der Lichtung, als ein Zwerg herangestapft kam. Er buddelte wie ein besessener ein Loch in den Schnee, bis er eine Eisfläche freigelegt hatte. Dort musste der See sein.
Er erzählte etwas von Versuchen und schon zweimal eingebrochen und ich weiß auch nicht mehr so genau. Er hatte sich irgendwelche komischen Messer an die Füße gebunden und schlitterte über dem Eis herum. Ganz schön schnell und für einen aus dem kleinen Volk auch unglaublich elegant. So lange er wirklich stand und nicht auf dem Hosenboden oder mitten im Schnee landete.
Bei einem Volk im Norden, den Nivesen, habe er das gesehen und hier in etwas umgeänderter Form ausprobieren wollen. Nun endlich scheint es ja geglückt zu sein. Er verabschiedete sich dann ganz schnell, als Gerion schon wieder den gefrässigen Oger mimen wollte. Er wolle eingeladen werden, wenn es eine Hochzeit gäbe.
Was für ein Unsinn! Wessen Hochzeit denn? Ob er uns verwechselte? Ich verstand es nicht. Gerion aber wohl auch nicht, glaube ich.
Wir redeten noch über irgend etwas anderes, was ich nicht mal mehr in Erinnerung habe, denn irgendwie ergriff er meine Hand, was mich ziemlich nervös machte. Ich weiß nicht mal warum, aber ich stotterte irgendwelchen Blödsinn. Ich schieb es auf die Kälte, denn das es bitterkalt war und ich schon beinahe festgefroren merkte ich, als Gerion sagte, es sei besser in den Fingerhut zurück zu gehen.
Dort verabschiedeten wir uns auch erst einmal um unsere vom Schnee durchweichten Kleider gegen frische zu tauschen.

Ich wählte nur eine Weste und eine weite Hose und machte es mir dann mit einem Tee vor dem Kamin gemütlich. Das fühlte sich fast wie ein Sommer in Aranien an. Gerion und ich redeten über unsere Reiseplanung, wohin es, ausser nach Zorgan noch gehen solle.
Da kamen dann aber auch schon neue Gäste. Eine Rahjageweihte, Nioa und eine Rik. Ich kann ihren Namen kaum aussprechen, deswegen kürze ich auch hier, denn ich weiß nicht, wie er geschrieben wird. Letztere war mir schon aus der weißen Perle bekannt.
Gerion wurde immer brummeliger. Scheinbar mochten sich er und diese Rik nicht sonderlich.
Nioa gefiel mir. Nicht nur weil sie wunderhübsch war, nein, sie hatte einen hervorragenden Sinn für Humor und scherzte. Männer werden zu Ogern, wenn sie sich am Feuer die Socken wechseln. Das muss ich ganz dringend in meinem Kopf behalten!

Ich schreibe schon wieder viel zu ausführlich. Das ist schrecklich! Deswegen nun ein ganz kurzer Schluss. Ich wollte Gerion, als er hochging eigentlich noch ein wenig aufheitern, aber er war so brummelig, dass ich es mir anders überlegte und doch lieber eilends verschwand. Eins steht fest: Der braucht dringend eine Beschäftigung!