Wir schreiben Firun im Jahre 1032 BF.
Ich erreichte vor wenigen Tagen Donnerbach. Ein verschlafenes Nest, was mir in diesem Winter eine vorrübergehende Heimat werden soll. HESinde steh mir bei, dass ich nicht auf eine dumme Idee komme und mir die hiesige Akademie anschaue. Nach den Ereignissen in Al’Anfa wäre es nur gut, sich aus allem raus zu halten.
Noch immer versuche ich mich wieder mit den Gewohnheiten, Rechten und Pflichten, sowie der Natur an sich zu aklimatisieren. Es fällt mir schwer mich wieder täglich in die schwere, im Vergleich zu den Kleidern aus Al’Anfa gar unbequeme Robe zu kleiden. Aber ich möchte nur ungerne mit den Ordnungshütern dieser Landen unangenehme Gespräche über den Codex halten müssen. Auch weiß ich, dass ihro Magnifizienz es nicht dulden würde, wenn er erfährt, dass eine seiner Schülerinnen sich über die Regeln hinwegsetzt ohne einen trifftigen Grund zu haben.
Ja ich muß gestehen, dass Al’Anfa in einigen Punkten sehr positiv aufgefallen ist und ich bedauere zutiefst, dass ich eine Weile nicht mehr in der Perle sein werde. Andererseits ist es fürwahr gesünder für Geist und Körper in den nördlicheren Gefilden zu verweilen.

Aber genug der Trauer des Vergangenen.
Der Winter hält mich in Donnerbach. Es schneit sehr viel und ich befürchtete bereits ab Trallop nicht weiter zu gelangen. So kann ich mich jedoch hier noch gut auf meine Rückkehr vorbereiten und an einem ausführlichen Bericht arbeiten, den ich sonst erst fertig stellen würde, nach meiner Ankunft in Lowangen.
Vor allem aber ist mir Donnerbach nicht unvertraut. Ich war bereits vor meiner Reise gen Süden hier.
Erst dadurch fiel mir auf, wie sehr sich ein Mensch, wie sehr ich mich verändert habe.
Es könnte fast erschreckend sein, würde ich mich nicht viel wohler fühlen.
Die Steifheit und Korrektheit in Lowangen mag mich zu dem gemacht haben was ich bin und mir den Weg grundlegend bereitet haben, aber manches Mal muss man über seine Ideale hinwegsehen oder sich Neue zulegen.
So knüpfte ich bei diesem Besuch bereits Bekanntschaften, was mir im Traum nicht eingefallen wäre bei meinem ersten Besuch hier.
Erst heute führte ich eine wundervoll geistreiche Unterhaltung mit einem Schriftsteller. Er erscheint mir ein wenig zwielichtig und erinnerte mich gar an die Al’Anfaner. Alleine deswegen war er mir sympathisch. Hintergründig und gutaussehendmit einem feinen Humor sind selten so nah beieinander wie bei Herrn Al’Abbas und ich freue mich auf weitere Unterhaltungen mit ihm.
Für heute schließe ich jedoch um die ersten Zeilen meines Berichts zu verfassen. Über die Unterhaltung mit Herrn Al’Abbas werde ich aber sicher noch einmal schreiben.