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Rollenspiel

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In diesem Blog hier, geht es dann tatsächlich mal nur um das Rollenspiel "Das schwarze Auge".Hier findet Ihr z.B Tagebucheinträge meiner Charaktere oder was wir gerade so spannendes in unserer Gruppe machen :o)

Forschungen

Isida Posted on Sun, July 05, 2015 20:57:48

In letzter Zeit habe ich sträflich meine abendlichen Spaziergänge vernachlässigt. Aber ich hatte auch guten Grund dazu!
Ich half dem Sohn eines Großbauern, der mich und meine Dienste auf Dauer nicht hätte bezahlen können. Der junge Mann, er ist wohl gerade einmal 17 Götterläufe alt, war vom Heuboden gefallen und hatte sich dabei einen Arm gebrochen. Als ich ihm eine Schiene anlegte, erzählte ich dem Vater von meinen Forschungen und er sagte mir, dass er einen Baumeister kenne. Dafür, dass ich mich um seinen Sohn kümmere, bis der Arm verheilt sei, würde er mich mit ihm bekannt machen. Welch ein Glücksfall! Den ich natürlich annahm!
Wie sich herausstellte, kommt Lehm ni cht in Frage, aber Gips! Der wird zur Füllung im Hausbau benutzt und härtet gut und schnell – ganz ohne hohe Temperaturen, wie beim Lehm brennen.
Ich schrieb direkt an das anatomische Institut mit der Bitte, sie mögen meine Forschungen aufnehmen. Sie können viel schneller und besser mit dem Material forschen, als ich es hier kann.
Dennoch habe ich vom Baumeister eine kleine Menge Gips in pulvriger Form bekommen. Man mischt ihn mit ein wenig Wasser und lässt es dann trocknen. Soweit so gut! Aber wie bekommen wir das jetzt z.B um einen Arm? Ohne, dass es einfach herunterläuft, ehe es fest wird? Und wenn ich weniger Wasser benutze bein anmischen, wie bekomme ich es wieder vom Arm ab? Ich denke da an eine Polsterung. Vielleicht ein Tuch als unterste Lage? Aber wird das nicht durchweichen? Ich werde es in den nächsten Tagen weiter testen. Dafür habe ich mir ein paar Äste und alte Tücher organisiert. In der Werkstatt des Baumeisters habe ich einen kleinen Platz gefunden, an dem ich arbeiten darf. Gemeinsam mit den hoffentlich schon bald beginnenden Forschungen am Institut sollte es schnell zu Ergebnissen kommen!

——–

Tag 1: Gips zu flüssig, rutscht am Ast ab. Tücher werden völlig durchgeweicht, härtet nur unzulänglich.
Tag 4: Verschiedene Mischverhältnisse getestet, ehe ich wieder Äste und Tücher verschwende, ohne Ergebnisse zu erzielen. Verhältnis von 3:1 oder 4: 1 scheint gut. (3/4 Teile Gips, 1 Teil Wasser). 20 Minuten zu einer annehmbaren Härte.
Tag 6: Ohne Tuch will der Gips sich nicht recht lösen. Abklopfen scheint eine blöde Idee in Anbetracht der Tatsache, dass es sich um Brüche handelt!
Tag 10: Das anatomische Institut hat es mit der Antwort ziemlich eilig gehabt. Seeweg geht schnell. Kein Interesse an meinen Forschungen, es gäbe wichtigeres – ärgerlich. Eventuell habe ich mehr Erfolg, wenn ich Erfolge berichten kann?
Tag 11: Schleppend. Bauersjunge lässt mich ständig rufen. Braucht wohl Aufmerksamkeit. Vater glaubt, meine Forschungen müssten doch schneller gehen. Schnellere Heilung geben nur Heilmagier – die sind aber deutlich teurer als ich. Erkläre ihm, dass deren Kraft teuer ist, weil sie letztlich nichts anderes ist, als die Kraft, die er benötigt um seine Felder zu bestellen. Scheint nicht der Hellste zu sein. Hat aber seinen Sohn für das ewige Rufen lassen gerügt. Solle sich Frau in seinem Alter suchen und nicht eine Medica aus dem Horasiat. Ich bin verwirrt.
Tag 14: Gemetzel! Messer sind nicht geeignet, den Gips später wieder vom Ast zu lösen. Gips, Tuch und Ast beschädigt. An einem echten Arm wäre das eine tiefe Wunde geworden. Wird Zeit für eine Pause und Spaziergänge um einen klaren Kopf zu bekommen. Ich vermisse sogar schon den alten Almadaner. Mit ihm kommt man immer auf ganz andere Gedanken.



Sauberkeit

Isida Posted on Fri, June 26, 2015 14:36:48

Immer wieder trifft man hier auf neue Leute. Das ist spannend. Es scheint ein Durchreiseort zu sein. Ich werde hier sicherlich länger verweilen als an anderen Orten.
Leider trifft man aber auch auf gruselige, ungewaschene Gestalten! Und das zwischen einem edel aussehenden Krieger aus dem Bornland und einem so galanten Herrn wie Juan. Ich konnte ihn kaum ansehen. Überall dieser Dreck! Armut heißt doch nicht, dass man sich nicht zwischendurch sauber halten kann, oder? Natürlich weiß ich, dass es arme Menschen gibt. Aber wundert es denn jemanden, wenn solche dreckigen Menschen keine finden?
Kommen wir aber zum Anfang. Die drei Herren hatten es sich an einem Lagerfeuer in der Nähe des Wasserfalls bequem gemacht. Scheinbar hatten sie gerade Würstchen darüber gebraten. Glücklicherweise hatte ich bereits gegessen, ich hätte mit diesem Alrik im Blick sicherlich nichts hinunter bekommen! Als der Bornländer eine Flöte herausholte um darauf zu spielen, bat Juan mich um einen Tanz. Was kann dieser Mann bloß nicht? Ich habe ihn völlig unterschätzt! Er reist, er reitet, er schwimmt, er ist Fechtlehrer – jetzt noch… und dann tanzt er auch noch deutlich besser als ich! Ich hoffe inständig, dass ich keine all zu schlechte Figur dabei gemacht habe. Das wäre mir äußerst peinlich.
Wir setzten uns bald wieder und das Thema kam auf Frauen, aber man schweifte ständig ab.
Zu allem Übel kam auch noch ein Südländer mit einem deutlich al’anfanischen Akzent. Als er jedoch bemerkte, er sei wegen des Kräutersammelns hier, war ich ein wenig beruhigter. Gelehrte Menschen sind mir immer willkommen – Vorurteile hin oder her.
Irgendwie kamen wir auf Magie. Ich gebe zu, ich bin kein großer Freund der Magie, dennoch weiß ich um ihre Vorzüge und würde sie niemals verurteilen! Magie kann retten, was wir einfachen Medici nicht mehr retten können. Die Zusammenarbeit macht viel aus. Das muss ich zugeben und auch vertreten – alleine schon im Sinne der Akademie! Dieser schmuddelige Alrik erzählte etwas von einem Praioten in ihrem Dorf. Diese rückständigen Mittelreicher wieder! Magie ist nicht an sich schlecht, das predigt Ehrwürden Loriano zu Hause auch! Er erlaubte sogar den Einsatz magischer Kampftruppen! Und wenn Ehrwürden so etwas mit seinem Gewissen erlauben kann, dann kann das doch nicht verkehrt sein! Das ganze Mittelreich erscheint mir manchmal wie ein großes Dorf in denen Neuerungen keine Möglichkeit haben, angenommen zu werden. Bei HESinde! Auch wenn ich hier Forschungen betreiben kann, so zweifel ich doch, dass auch nur eine der Neuerungen die unsere Akademie herausbringt, hier angenommen werden würde.
Ein kurzer Aussetzer meinerseits kam auf, als der Thronfolgekrieg erwähnt wurde und mir beinahe rausrutschte, dass der Marschall damals von den Almadanern ermordet wurde. Das klang wie ein Vorwurf, den ich doch keinem der hier Anwesenden machen kann. Im Gegenteil! Eigentlich waren es wir selber, die dafür sorgten, dass den Almadanern eine Tür offen stand, bei uns anzugreifen!
Ich schweife schon wieder viel zu sehr ab! Ich bin aber auch immer noch etwas aufgeregt.
Als dann auch noch der Krieger sehr plötzlich in Tiefschlaf fiel, bezeichnete mich Alrik als Hexe. Juan griff sofort ein, dass man sich einer Dame gegenüber so nicht verhielte. Ich wandte ein, dass wenn ich eine Hexe wäre, ich ihn wohl unlängst für ein Bad ins Wasser gehext hätte.
Ich! Eine Hexe! Bei Nandus, denkt nach, ehe ihr redet! Als würde eine Hexe sich einfach so zu einer so geselligen Runde setzen! Wo kommen nur solche Ideen her? Die treiben sich doch eher tief in irgendwelchen Wäldern herum und tanzen um Steinkreise, ähnlich wie diese männlichen Hexen – Druiden! Gut, dass es sowas bei uns im Horasreich kaum bis gar nicht gibt!
Zurück zum Thema. Juan musste sich verabschieden, seine Stute war wohl etwas unwillig. Aber es wurde auch schon spät.
Nach einer Diskussion über Reinlichkeit und Alriks Arbeitshaltung – schließlich gammelte er hier mit uns rum, anstelle sich zu waschen oder nach einer Arbeit zu suchen – überzeugte ich Alrik schließlich ein Bad zu nehmen und konnte nicht fassen, dass er wieder in seine dreckigen Sachen stieg. Ich versuchte ihn immerhin darauf hinzuweisen, dass er ja jetzt wisse, wie das mit dem waschen ginge und er seine Sachen dann morgen reinigen könne. Er habe kein zweites Paar Kleider. Ich war schockiert! Der Pflanzensammler, dieser ich bin mir fast sicher Al’Anfaner, reichte ihm aus seiner Tasche eine Hose und ein Hemd. Mir war bereits aufgefallen, dass er ziemlich feine Kleider trug, aber so kennt man die Al’Anfaner ja. Wie diese Leute in Vinsalt aus dem Kontor dieser Grandenfamilie.
Ich fand diese Geste war sehr heldenhaft! Immerhin konnte man Alrik jetzt schon wieder ansehen, ohne gleich einen Brechreiz zu verspüren!
Man verabschiedete sich dann auch und ich zeigte dem Südländer und seiner Katze den Weg zum Gasthaus.
Apropos die Katze. Das sind wirklich schöne Tiere und es machte fast den Eindruck als würde sie sehr genau verstehen, was der Al’Anfaner ihr sagte. Ich wagte sogar meine Hand nach ihr auszustrecken, als sie aus einiger Entfernung an mir rumzuschnuppern versuchte. Zu gerne hätte ich etwas mehr über die Anatomie dieser Tiere gelernt. Sie schien ja sehr zahm und beim streicheln hätte das sicherlich einiges an Erfahrungen mit sich gebracht. Blöderweise zuckte ich zurück, als sie anfing mich abzuschlecken. Gruselig! Ich muss mir wirklich etwas einfallen lassen. Sauberkeit in allen Ehren! Sie ist wichtig und richtig, vor allem, wenn man mit Patienten arbeitet. Das bestätigen all unsere Forschungen am Institut! Ich glaube allerdings, dass sie uns die Reinlichkeit ein wenig zu sehr eingebläut haben.
Es macht mir schließlich auch nichts aus in einer Wunde herumzuwühlen oder – Boron möge unseren Forscherdrang verzeihen – an den Toten zu forschen! Allerdings sind das auch wieder ‘saubere’ Sachen und man wäscht sich vorher und nacher gründlich. Dennoch! Wenn ich demnächst mit Lehm oder anderen Materialien rumprobieren möchte, sollte ich mir das ein wenig abgewöhnen!



Spaziergang

Isida Posted on Mon, June 22, 2015 12:59:19

Tage voller Arbeit und Forschung! Es sind immer noch hauptsächlich die kleinen Wehwehchen, die ich hier zu behandeln habe. Es ist interessant, wie zimperlich mancher gestandene Mann ist. Ein eingewachsener Zehnagel musste versorgt werden. Dazu war nur ein winzig kleiner Schnitt nötig! Ich musste weder reißen, noch den Fuß amputieren. Doch wie letzteres klangen die Schmerzensschreie des Mannes. Ich kann nur hoffen, dass das seine schwerste Verletzung bleibt. Eine Händlerfamilie mit nur einem Kind war ebenfalls ein Fall. Was machen die sich unnötig Sorgen, nur weil der junge Mann eine Triefnase hat. Wärme und Tee sollten da reichen! Und noch das ein oder andere kleine Wehwehchen füllten den Tag. Eine Dame wehrte sich vehement, als ich ihr erklärte sie sei schwanger. In ihrem Alter schimpfte sie, dabei war sie gerade 30! Vermutlich wollte sie einfach nicht wahrhaben, dass Kind Nummer 8 unterwegs ist. Nach der Schwangerschaft könne sie Rahjalieb nehmen, um das zu verhindern. Da momentan außerdem ein Tsageweihter im Gasthaus ist, habe ich sie an ihn verwiesen. Ein wenig Unterstützung, vor allem seelischer Natur, kann sicher nicht schaden.
Außerdem habe ich mich draußen noch weiter umgesehen. Dabei kam ich an einen übel riechenden Sumpf. In der Nähe sah der Boden lehmig aus, was mich auf die Idee brachte, dass man forschen müsste, ob man den nicht auch ohne brennen härten könnte. Ich muss vielleicht mal mit einem Baumeister sprechen, ob es da Möglichkeiten oder andere Stoffe gibt, die dafür genutzt werden könnten. Die Idee dahinter ist eine Art Kasten oder Röhre für ein Bein oder einen Arm, der gebrochen ist. Anstelle einer Holzschiene, mit der man nur mäßig die Extremitäten so sichern kann, dass sie wirklich bewegungsunfähig sind, wäre man in so etwas doch deutlich gesicherter. Ein wenig Polsterung und das Ganze würde Sinn ergeben. Nur kann man ja schlecht das Bein oder den Arm in einen Brennofen schieben! Und noch eine offene Frage: Wie bekommt man diesen Kasten dann wieder ab, ohne den Patienten zu verletzen? Schwierig, aber nicht unmöglich! Ich behalte das im Kopf. Vielleicht führt Aves einen Baumeister oder Handwerker einmal in meine Richtung!
Und nach diesem anstrengenden Tag traf ich im Gasthaus noch auf Juan. Wir unterhielten uns etwas und machten noch einen Spaziergang. Ich bin mir sicher, er flirtete mit mir. Er ist ein wirklich lieber, alter Mann. Seine Frau muss stolz auf ihn sein! Irgendwie ging es viel mehr um mich, als um ihn. Erfrischend, wenn man bedenkt, dass ich den Rest des Tages fast ausschließlich über andere rede.
Dennoch ärgert es mich etwas. Ich glaube, sein Leben war, und ist es noch (!), sehr spannend. Ich erzählte ihm ein wenig aus meiner Jugend. Wie mein Bruder mich an den Haaren wieder nach Hause schliff, wenn ich mal wieder mit einem meiner Verehrer davon schlich. Immer dann, wenn unsere Eltern nicht da waren. Es schien als habe Juan mich so nicht eingeschätzt. Ich wirke vielleicht doch strenger als gedacht. Das wäre furchtbar!!! Vielleicht hatte unser “Kindermädchen” mehr Einfluss auf mich, als gut gewesen ist!
Es war schon eine schöne Zeit, die ich nicht missen möchte! Aber auch die Zeit jetzt ist schön. Ich genieße es mit Juan spazieren zu gehen. Die Gespräche lenken von dem normalen Alltag ab und scheinen mir doch ein wenig wie Patientenbetreuung. Etwas, was ich immer sträflich vernachlässigt habe. Aber dafür waren die jüngeren Semester zuständig oder die Helferinnen. Ich sehe mich allerdings auch viel mehr in der Forschung als in der Betreuung der Patienten. Hesinde, nicht Peraine, leitet mich!



Wasserfall

Isida Posted on Fri, June 19, 2015 09:49:08

In den letzten Tagen habe ich mich mit dem Ort vertraut gemacht. Hier gibt es einen wunderschönen Wasserfall an einem See. Ich war sogar darin schwimmen. Es ist wahnsinnig kalt um diese Jahreszeit, aber wenn man sich daran gewöhnt hat und in Bewegung bleibt, sehr angenehm. Äußerst interessant war eine junge Elfe (nein, Halbelfe!), die ich dort traf. Wie viel hat man schon von den Spitzohren gehört. Einige Wenige leben auch bei uns in den Städten, aber ich wüsste nicht, je einem begegnet zu sein. Und ich würde mich garantiert erinnern! Es sind wirklich hübsche Wesen. Aber ich traf sie nicht alleine. Auch ein alter Almadaner war dort. Das erinnerte mich an Signora Sefira aus dem Gasthaus. Und ich musste feststellen, dass sie Recht hatte! Ich schätzte ihn auf über 60, ein wahrlich stolzes Alter, dennoch ein Kavalier, wie er im Buche steht. Wir unterhielten uns ein wenig, während die Halbelfe sich um das Pferd des Almadaners kümmerte. Ich habe noch nicht einen Stallburschen gesehen, der sich so um Pferde kümmerte. Ich bin wirklich (!) beeindruckt und es erinnert mich daran, dass ich unbedingt noch eine Zeichnung anfertigen muss um den Körperbau der Halbelfen festzuhalten. Sie unterscheiden sich anatomisch ein ganzes Stück von uns. Ob es hier in der Nähe wohl einen Tempel oder eine Akademie mit einer Bibliothek gibt? Das würde es mir erleichtern! Aber zurück zum Thema:
Die junge Halbelfe erzählte eine etwas wirre und sicherlich wilde Geschichte. Sie ist wohl bei ihrer elfischen Mutter und ihrer Sippe aufgewachsen, hat aber bei ihrem menschlichen Vater, einem Stallknecht, für irgendwelche wichtigen Menschen gearbeitet. Und das in Almada. Ich kann verstehen, dass man die Halbelfe für die Ausbildung der Pferde eingesetzt hat. Wer das einmal beobachtet hat, muss zu diesem Schluss kommen. Deswegen finde ich es äußerst verwirrend, dass die Herren nicht auf die Halbelfe gehört hatten, der “wichtige Mensch” vom Pferd stürzte und die anderen Menschen sie aufknüpfen wollten und sie eines Mordversuchs bezichtigten. Bauern, allesamt diese Mittelreicher! Wer kommt darauf?
Wobei ich gestehen will, dass die Halbelfe einfach überhaupt nichts über die Menschen weiß, geschweige denn ein Verständnis für unser Verhalten hat! Vielleicht hat sie es auch nur fehlinterpretiert. Aber sei es, wie es sei. Die Halbelfe war hier, war verwirrt und hatte keinen Schlafplatz, geschweige denn irgendwen, der sich um sie kümmerte. Der Almadaner, Juan, und ich konnten sie überreden mit uns zum Gasthaus zu gehen. Wir sorgten dafür, dass sie einen Platz im Gemeinschaftsraum oder im Pferdestall bekommen konnte. Der Wirt war da sehr verständig. Dennoch war die Halbelfe unglaublich verängstigt!
Ich kann es ja ein bisschen verstehen, aber ich verstehe nicht, was ihr Vater ihr beigebracht hatte, dass sie kaum etwas verstand und das sie das nicht mit ihm klären konnte, ehe sie davon gelaufen ist. Wo war er als das passierte? Fragen über Fragen. Und gerade ihr Vater muss sich doch mit Elfen wenigstens ein wenig auskennen. Er hat ja schließlich eine Tochter mit einer!
Ich traf sie auch einen Tag später wieder. Ebenso wie Juan war sie wieder an dem Wasserfall. Sie hatte sich von dem Leibwächter, den wir am Abend zuvor noch im Gasthaus trafen, dazu überreden lassen, im Gemeinschaftsraum zu schlafen und beschwerte sich über die lauten Geräusche, die wir Menschen des Nachts machten. Was soll ich dazu sagen? Sie ist halb Mensch, vielleicht macht sie nur halb so viele Geräusche?
Wir einigten uns darauf, dass sie im Pferdestall schlafen würde und sich erst einmal um die Pferde des Almadaners und seiner Familie kümmern würde. Ich würde mich bei den Menschen im Ort umhören, ob jemand ihre Hilfe benötigen würde.
Apropos Almadaner und Familie! Ich bin beeindruckt! Schon wieder! In seinem Alter reist er noch mit seiner Frau und seinem Sohn umher und seine Frau scheint noch genauso agil zu sein wie er! Sie haben einen adoptierten Sohn, einen Jugendlichen. Ich hoffe, dass ich sie bald einmal kennen lernen kann.



Ankunft in Albernia

Isida Posted on Tue, June 16, 2015 17:37:23

Das war ein ausgesprochen witziger Abend! Rückblickend betrachtet.
Gestern in der Mittagszeit habe ich das Gasthaus erreicht. Es ist schon eine Schande, dass es im Mittelreich immer noch kein fließendes Wasser gibt, aber ich hatte es in diesem Dorf auch nicht erwartet. Der Wirt des schmucken Gasthauses jedoch war sehr schnell sehr verständig, nachdem ich ihm erklärte, dass ich auch für den Zuber in meinem Zimmer etwas extra zahlen würde. So konnte ich nach der langen Reise erst einmal den Staub von der Haut waschen und entspannen. Und die Wirtsfrau ist so ein liebes Ding! Als sie hörte, dass jemand seinen eigenen Zuber auf dem Zimmer haben wollte, kam sie zeternd zu mir, was ich mir denn wohl erlauben würde. Ich erklärte ihr, was es mit Sauberkeit auf sich hatte und langsam aber sicher dämmerte ihr, dass sie eine Medica im Haus hatte. Sie wurde ganz freundlich, entschuldigte sich sogar und versicherte mir, dass sie ihren Mann zur Eile antreiben würde und fragte kleinlaut, ob ich ihr vielleicht bei einem kleinen Problem helfen könne.
Ich möchte hier nicht all zu ausführlich werden, aber Rahja wird mir diesen Dienst sicherlich danken. Dafür nahm sie dann auch gleich meine Wäsche zum waschen mit.
Ich mag ja etwas zimperlich sein, was Reinlichkeit angeht, bei der Wäsche ist das nicht ganz so schlimm. Dennoch bin ich ihr sehr dankbar.
Und jetzt muss ich ihr gleich wieder etwas geben! Die arme, gute Frau! Aber wie sich das zugetragen hat, davon will ich hier gerne berichten!
Nach einem wirklich ganz guten, wenn auch einfachem Essen, entspannte ich noch etwas im Schankraum, als eine Signora hineintrat und sich kurz Zeit später zu mir gesellte. Ein wenig mürrisch klang sie. Und etwas schockiert vielleicht, als sie meinen Akzent hörte. Sie stellte sich gleich als Almadanerin vor und erst später mit ihrem Namen. Sefira. Sie hatte ein Feuermal im Gesicht, ich glaube, das ist der Grund, warum sie einen so großen Hut trägt. Wir kamen ein wenig ins Gespräch, sprachen über Forschung und Wissenschaft und über die Ähnlichkeiten zwischen almadanischen und horasischen alten Männern. Klingt, als wäre es in Almada genau so schlimm. Da bleibt mir nur zu hoffen, in Albernia sind sie etwas einfacher zu handhaben.
Leider musste sie sich gerade dann verabschieden, als noch ein Gast hereinkam. Ein großer, kräftiger Nordmann. Mit furchtbar dreckigen Händen. Nun, so lange es nicht meine Hände waren, konnte ich damit leben! Doch es sollte nicht mein Abend werden. Erst verschüttete ich beim anstoßen mit dem Mann ein wenig Wein und musste meine Hände säubern, dann sollte ich auch noch die seinen schrubben! Die Nordmänner benehmen sich wie kleine Kinder! Ich hoffe dennoch, dass er ein bisschen mehr auf seine Reinlichkeit achten wird!
Ich erinnere ihn an sein erstes Weib sagte er. Wie furchtbar! Ich erwiderte, dass er mich an einen Patienten erinnere, dessen Hand ich amputieren musste, weil er sich nie die Hände gewaschen hatte. Natürlich glatt gelogen, aber wenn es hilft?
Kurz darauf forderte er mich zu einem Trinkspiel heraus. Ich ließ mich darauf ein, aber auch nur, weil ich bereits eine Idee hatte, wie ich noch ganz elegant aus dieser Nummer herauskommen konnte. Ich bekam zwei kleine Becher, er die großen. Er hielt es für fair, sei ich doch viel kleiner und schmaler als er. Vermutlich wollte er auch nicht sein Gesicht verlieren. Was wäre ich schon für eine Herausforderung?
So tranken wir diesen unsäglichen albernischen Schnaps “Feengeist”. Sieger sollte sein, wer als erstes den Becher nicht mehr in einem Zug leeren konnte. Ich nutzte die Chance und trat ihm – ganz aus versehen, wie ich jedes mal wieder behaupten würde – beim Beine überkreuzen vor sein Schienbein. Das brachte mir zwar den Sieg, aber leider auch eine Fontäne aus Schnaps über mein Gesicht, meine Haare und meine Kleider!
Ein Moment der Schwäche, wo ich den Tränen nahe gewesen sein musste. Aber ich konnte mich alsbald wieder beruhigen. Die Techniken dazu habe ich glücklicherweise bereits in meinem Studium gelernt. Trotzdem musste ich mich nach dieser Sauerei dann verabschieden. So konnte ich unmöglich noch länger durchhalten.